Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Mathilde Rupperti, geb. Richters, verw. Haupt

(* 24. Oktober 1895 in Lehe;  † 13. November 1986 in Bremerhaven)

Das Leben von Mathilde Rupperti war geprägt vom unermüdlichen Einsatz für die Schwachen in der Gesellschaft. Aus einer politisch engagierten Arbeiterfamilie heraus leistete die überzeugte Sozialdemokratin Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime und prangerte unerschrocken an, wenn Unrecht geschah – oft unter großer Gefahr für Leib und Leben.

Mathilde Rupperti, geb. Richters, verwitwete  Haupt, wurde am 24. Oktober 1895 in Lehe geboren und wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Mit 14 Jahren ging sie in Bremerhaven „in Stellung“, arbeitete als Dienstmädchen und Plätterin. 1919 heiratete sie den Sozialdemokraten und Gewerkschafter Anton Haupt. Sie trat in die SPD ein und wirkte aktiv in der Arbeiterhilfe mit, aus der später die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hervorging, zu deren Gründungsmitgliedern Mathilde Rupperti in der Seestadt zählt.

Nachdem in Zeiten des Nationalsozialismus SPD und AWO verboten wurden, engagierte sie sich zusammen mit ihrer Familie aus dem Untergrund heraus weiterhin für soziale Projekte, schmuggelte Flugblätter gegen das Hitler-Regime aus dem Hafen heraus, überklebte damit in Nacht- und Nebelaktionen NSDAP-Plakate und riskierte bei den Hausdurchsuchungen durch die Nazi-Schergen ihre Verhaftung.

Nach Kriegsende wirkte sie weiterhin in der wieder gegründeten AWO, fünfzehn Jahre lang gehörte sie dem Vorstand an. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1986 arbeitete sie in der von ihr gegründeten Nähstube und Bekleidungsausgabe. Am 13. November 1986 starb „Tilly“. Kurz darauf  benannte die AWO eine Seniorenwohnanlage in der Seestadt nach ihrem Gründungsmitglied – das Mathilde-Rupperti-Haus in der Stresemannstraße.

Martina Löwner