Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Maria Krüger, geb. Fraedrich, gesch. Bücking

(* 17. Oktober 1907 in Gotha /Thüringen; † 7. Januar 1987 in Bremen)

Maria Krüger war leidenschaftliche Pädagogin und Mitbegründerin der Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen. Von 1951 bis 1959 vertrat sie die KPD als Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft. Sie engagierte sich in der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) und im Demokratischen Frauenbund Deutschlands (DFD).

Maria Krüger wäre gern Ärztin geworden. Dies gestattete ihr Vater, Pastor in Horn, jedoch nicht. So erhielt sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin im Frauen-Erwerbs- und Ausbildungsverein, u.a. bei Agnes Heineken, und arbeitete anschließend im Kindergarten der Jute-Fabrik. Dass sie dort die schwierigen Lebensbedingungen der Arbeiterinnen kennen lernte, trug zu ihrer Hinwendung zur KPD bei.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde Maria Krüger verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil ihr vorgeworfen wurde, mit ihrem kleinen Kiosk im Hafen, in dem sie Bücher und anderes anbot, ein Anlaufpunkt des Widerstandes zu sein. Sie verbüßte die Haftstrafe im Zuchthaus Fuhlsbüttel.

Nach dem Krieg kandidierte Maria Krüger für die KPD und wurde von 1951 bis 1959 deren Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft. Sie war bis zu ihrem Lebensende eine engagierte und streitbare Kommunistin. Das führte mitunter zu Meinungsverschiedenheiten mit jüngeren Parteimitgliedern, die ihr aber aufgrund ihrer Geradlinigkeit und Offenheit stets mit Respekt begegneten. Ihre Bedeutung und die Wertschätzung ihrer Kollegen und Vorgesetzten lassen sich auch daran ablesen, dass zu ihrer Beerdigung drei Senatoren sprachen.

Edith Laudowicz