Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Käte van Tricht

(* 22. Oktober 1909 in Berlin; † 13. Juli 1996 in Bremen)

Käte van Tricht war vierzig Jahre lang Domorganistin in Bremen. Als erste deutsche Konzertorganistin trat sie international auf und veröffentlichte zahlreiche Schallplatten und CDs.

Schon früh lernte Käte van Tricht, Tochter eines holländischen Musikers, Klavier und Orgel spielen. Nach einer Ausbildung zur Musiklehrerin trat sie ihre erste Stelle als Organistin in der Alten Waller Kirche an. 1933 erhielt sie die Zweite Organistenstelle am St. Petri Dom. 1934 ging sie nach Leipzig um ihr Orgelspiel zu vervollkommnen und absolvierte eine Gesangsausbildung. Ihre künstlerische Karriere wurde durch die Nationalsozialisten jäh unterbrochen, denn ihr Vater hatte jüdische Vorfahren.

Käte van Tricht verdiente ihren Lebensunterhalt als Korrepetitorin am Staatstheater. In dieser Funktion war sie für die musikalische Begleitung von Instrumentalisten, SängerInnen und TänzerInnen am Klavier zuständig. Sie heiratete und bekam zwei Söhne.

Nach Kriegsende begann Käte van Tricht eine zweite Karriere als Konzertorganistin. Sie trat in Europa und Übersee auf und machte zahlreiche Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen. Ihre frühen Ambitionen zur leichten Musik verwirklichte sie als Lied- und Chanson-Sängerin u.a. im Blumenthaler Stummfilm-Kino.

Nach ihrer Pensionierung war Käte van Tricht als Organistin und Konzertveranstalterin an der Bremer Krankenanstalt St. Jürgen weiterhin aktiv. Außerdem übernahm sie die Leitung eines Streichorchesters und einen Lehrauftrag an der Bremer Universität.

Edith Laudowicz