Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Ella Kappenberg

(* 24. März 1897 in Halle/Saale; † 4. September 1988 in Lilienthal bei Bremen)

Ella Kappenberg war 1947 Gründerin und bis 1956 Leiterin der Volkshochschule Bremerhaven. Damit gehört sie zu den wenigen Frauen in Nachkriegsdeutschland, die eine leitende Funktion in der Erwachsenenbildung übernahmen.

Nach dem Studium der Philosophie, Germanistik und Geschichte in München und Jena verbrachte die Tochter eines Bankangestellten ihre Referendariatszeit in Magdeburg. 1929 trat sie eine Stelle als Studienrätin am Bremerhavener Lyzeum an, das von Dr. Alwin Wode geleiteten wurde. Als diese Schule geschlossen wurde, wechselte sie 1941 zur Geestemünder Oberschule für Mädchen.

Während des Nationalsozialismus konnte Ella Kappenberg die Mitgliedschaft in der NSDAP vermeiden. Wegen nicht systemkonformer Äußerungen wurde sie mehrfach denunziert und entging einer drohenden Verhaftung im März 1945 nur wegen der allgemeinen Auflösungserscheinungen des Naziregimes kurz vor Kriegsende.

1947 wurde Ella Kappenberg zur Direktorin der Theodor-Storm-Schule berufen. Zugleich beauftragte sie der zuständige Schuldezernent Walter Ballof eine Volkshochschule ins Leben zu rufen. Diese Aufgabe übernahm sie - ebenso wie in der Folge die Leitung der VHS - mit Elan, Sachkenntnis und Überzeugungskraft. Es gelang ihr, zahlreiche einheimische und auswärtige DozentInnen zu gewinnen und das Kulturleben Bremerhavens zu bereichern.

Sie rettete die Volkshochschule über die Währungsreform und prägte das Programm der ersten Jahre nachhaltig. Dabei nahmen die Themenbereiche Literatur, Kunst, Musik und Theater sowie Philosophie breiten Raum ein. Bis zum Wintersemester 1955/56 – dem Abschiedssemester von Ella Kappenberg – verzeichnete die Volkshochschule Bremerhaven bereits 40.000 BesucherInnen sowohl im allgemeinbildenden als auch im berufsbildenden Bereich.

Annette Lustig, VHS Bremerhaven