Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Cato Bontjes van Beek

(* 14.11.1920 Bremen; † 5.8.1943 Berlin-Plötzensee) 

Cato Bontjes van Beek wurde als Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime am 5. August 1943 hingerichtet. Sie starb im Berliner Zuchthaus Plötzensee durch das Fallbeil. Mit nur 22 Jahren wurde sie zum Tode verurteilt, weil sie sich in der Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" engagiert hatte.  

Aufgewachsen in einer Umgebung, die dem Faschismus kritisch gegenüberstand, war das politische Engagement für Cato Bontjes van Beek eine Reaktion auf das, was sie erlebte. In Berlin, wo sie in der Keramikwerkstatt ihres Vaters Jan van Beek arbeitete, fand sie Kontakt zu einer Gruppe von NS-Gegnern um Harro Schulze-Boysen, die mit dem sowjetsozialistischen System sympathisierte. Die Nazis fassten diese Gruppen unter dem Begriff „Rote Kapelle“ zusammen und unterstellten auch Spionage für die Sowjetunion, die es allerdings nie gab. Cato Bontjes van Beek hatte zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung das Verteilen von Flugblättern bereits aufgegeben, wurde dennoch am 18. Januar 1943 wegen „Beihilfe zur Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tod verurteilt und trotz aller Gnadengesuche hingerichtet. 

Musste ihre Mutter Olga, Malerin und Tänzerin und eine Tochter des Fischerhuder Malers Heinrich Breling, zwölf Jahre für die Rehabilitierung ihrer Tochter kämpfen, ist heute unbestritten, dass Cato Bontjes van Beek Opfer des NS-Terror-Regimes geworden ist. Ein Weg in Fischerhude, wo sie aufwuchs, Straßen bzw. Plätze in Bremen, Leipzig und Meldorf sowie ein Gymnasium in Achim wurden nach ihr benannt. Vor ihrem letzten Wohnhaus in Berlin wurde ein Stolperstein verlegt.

Cato Bontjes van Beek hinterließ viele Briefe, die sie während eines längeren Englandaufenthalts, zwei Schuljahren in Amsterdam, vor allem aber in den zehn Monaten ihrer Gefangenschaft an die Familie geschrieben hatte. Selbst in der Gestapohaft soll sie ihr überschäumendes, gewinnendes Temperament bewahrt haben.

Quelle: Bremer Frauenmuseum e.V.