Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Ottilie Hoffmann (1835 – 1925, Bremen)

Mit Milch und Kaffee gegen Alkoholmissbrauch
Begründerin der deutschen Abstinenzbewegung

(13 Patenschaften von 15)

 

Film-Aufnahme und Schnitt: Monika B. Beyer

 

Ottilie Hoffmann war eine aktive Frauenrechtlerin. Sie setzte sich für das Recht bürgerlicher Frauen auf gesellschaftliche Teilhabe ein. Im Kampf gegen den Alkoholmissbrauch sah sie ihre Lebensaufgabe. Sie begründete die Mäßigkeits- und Abstinenzbewegung im Deutschen Kaiserreich und veränderte damit die Trinksitten.

Gemeinsam mit der Schriftstellerin Marie Mindermann gründete Ottilie Hoffmann 1867 den „Verein zur Erweiterung des weiblichen Arbeitsgebiets“, später Bremer Frauen-Erwerbs- und Ausbildungsverein. Er gehörte dem Bund Deutscher Frauenvereine an, dem Dachverband der bürgerlichen Frauenbewegung, der 1894 von Ottilie Hoffmann mitbegründet wurde.

In verschiedenen Bremer Stadtteilen, in Arbeiter- und Fabrikvierteln und in den Hafenvierteln entstanden ab 1891 unter der Regie von Ottilie Hoffmann alkoholfreie Speisehäuser. Es waren gleichzeitig Orte der Volksbildung mit Leseräumen, Ruheräumen und Stillstube. Sie wollte ärmere Bevölkerungsschichten vor Alkoholkonsum, Unfällen, Arbeitslosigkeit, Armut und Gewalt in den Familien bewahren.

Im Jahr 1900 gründete die Fünfundsechzigjährige den Deutschen Bund abstinenter Frauen. 1924 in „Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur“ umbenannt, setzt sich der Verein bis heute für eine neue Trinkkultur ein und betreibt Aufklärung beim Umgang mit Alkohol. Für ihre Verdienste erwarb sich Ottilie Hoffmann weltweite Anerkennung. Von Kaiser Wilhelm II. wurde sie mit dem Frauenverdienstkreuz in Silber geehrt und Kaiserin Auguste Viktoria würdigte in einer 1903 gewährten Audienz Ottilie Hoffmanns Arbeit gegen den Alkoholismus.

Beate Borkowski 

[Die Langfassung dieses Textes finden Sie im Katalog, der zur Ausstellung im KellnerVerlag erschienen ist:

ISBN 978-3-939928-60-7]