Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Lisel Oppel (1897 – 1960, Bremen)

Unkonventionell aus Überzeugung    
Freie (Lebens-)Künstlerin

(10 Patenschaften von 15)

 

Film-Aufnahme und Schnitt: Monika B. Beyer

 

Lisel Oppel war Malerin und Keramikerin. Von ihrer Wahlheimat Worpswede aus viel auf Reisen, entwickelte sie sich zu einer weltläufigen Künstlerin. Freiheit war ihr wichtiger, Unabhängigkeit bedeutender als ein von Konventionen geleitetes, abgesichertes Leben.

Lisel Oppel erhielt, von den aufgeschlossenen Eltern gefördert, eine gute künstlerische Ausbildung. 1919 zog sie nach Worpswede. In der Künstlerkolonie wurde ihr vor allem Martha Vogeler zur Freundin und Geschäftspartnerin.

Lisel Oppels Vorstellung, in Worpswede von ihren Bildern leben zu können, erfüllte sich nur bedingt. Sie tauschte Bilder gegen Naturalien und arbeitete als Hilfskraft gegen Kost und Logis auf großen Bauernhöfen. Ab 1929 wurde ihr eine monatliche finanzielle Unterstützung zur Förderung ihrer Kunst aus Privatmitteln Bremer Bürger gewährt.

Für ihre Unabhängigkeit nahm Lisel Oppel einige Nachteile in Kauf. So wurde sie während des Nationalsozialismus nicht Mitglied in der Reichskulturkammer und verzichtete damit auf Bezugsscheine für Malutensilien. Beherzt nahm sie auch die Herausforderung an, für ihren Sohn zu sorgen, ohne ihre Kunst aufgeben zu müssen.

Lisel Oppel verbrachte mehrere Jahre in Italien. In einer Töpferwerkstatt  in Vietri sul Mare, unweit von Positano gelegen, erlernte sie das Keramikhandwerk, das ihr zweites berufliches Standbein wurde. In den fünfziger Jahren reiste sie auch nach Spanien, Marokko und Ägypten, um zu malen.

Beate Borkowski

[Die Langfassung dieses Textes finden Sie im Katalog, der zur Ausstellung im KellnerVerlag erschienen ist:

ISBN 978-3-939928-60-7]