Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Lale Andersen (1905 – 1972, Bremerhaven)

Weltruhm mit „Lili Marleen“

Künstlerin zwischen Kult und Abgrund 

(5 Patenschaften von 15)

 

Film-Aufnahme und Schnitt: Monika B. Beyer

 

Lale Andersen startete ihre Karriere als Sängerin im Berlin der zwanziger Jahre. Für ihren Traum vom selbstbestimmten Leben tauschte sie die Sicherheit ihrer ersten Ehe gegen ein Leben als Bohème und ertrug die Trennung von ihren Kindern. Hafen- und Matrosenlieder und der Auftritt im Rollkragenpullover wurden zu ihren Markenzeichen.

Lale Andersen kam am 23. März 1905 als Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg in Bremerhaven-Lehe zur Welt. Sie war 17, als sie 1922 den elf Jahre älteren Kunstmaler Paul Ernst Wilke heiratete. Im Oktober 1929 trennte sich die junge Mutter von drei Kindern von ihrem Mann und ging nach Berlin, um Karriere zu machen.

Auf ihrem Programm standen die großen Namen der avantgardistischen und gesellschaftskritischen Musik- und Theaterwelt der Weimarer Republik. Viele davon gerieten zunehmend in den Fokus nationalsozialistischer Repressalien, unter ihnen Bertold Brecht, Kurt Weill, Kurt Tucholsky, Erich Kästner und Friedrich Holländer.

1941 wurde Lale Andersen, wie sie sich inzwischen nannte, mit dem Lied „Lili Marleen“ schlagartig weltberühmt. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels lehnte das Lied als „wehrkraftzersetzend“ ab. Auch die Interpretin passte nicht in das nationalsozialistische Frauenbild. 1942 erhielt sie für einige Zeit Auftritts- und Reiseverbot.

Im Februar 1945 flüchtete Lale Andersen mit ihrem jüngsten Sohn Michael vor dem Kriegsgeschehen nach Langeoog. Bis an ihr Lebensende gastierte sie auf deutschen und internationalen Bühnen und war in Film und Fernsehen als Schlagersängerin präsent. Die Künstlerin starb am 29. August 1972, erst 67jährig, in Wien.

Beate Borkowski

[Die Langfassung dieses Textes finden Sie im Katalog, der zur Ausstellung im KellnerVerlag erschienen ist:

ISBN 978-3-939928-60-7]