Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Dr. Grete Henry-Hermann (1901 – 1984, Bremen)

Politisch denkende Naturwissenschaftlerin
Physikerin und Philosophin auf Augenhöhe mit den Großen  

Kooperationspartner für die Begleitveranstaltung:

Deutscher Akademikerinnenbund Bremen e.V. 

(15 Patenschaften)

 


Film-Aufnahme und Schnitt: Monika B. Beyer

 

Dr. Grete Henry-Hermann hat nach dem Krieg den Aufbau eines demokratischen Schulwesens der Freien Hansestadt Bremen mit gestaltet und die Bildungslandschaft der Bundesrepublik Deutschland beeinflusst. Das Lebenswerk der Professorin für Mathematik, Philosophie und Physik hinterließ Spuren in Wissenschaft, Pädagogik und Politik.

Grete Hermann ging 1921 nach Göttingen zum Studium der Mathematik, Physik und Philosophie und erlebte als Studentin den Wandel zur modernen Mathematik und Quantenphysik mit. 1925 promovierte sie bei Emmy Noether, wechselte in die Philosophie und wurde 1926 Privatassistentin des Philosophen Leonard Nelson.

Ab 1932 arbeitete sie als Redakteurin der Tageszeitung des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK) "Der Funke" und hielt philosophische Kurse im Sinne der Widerstandsarbeit gegen das Hitlerregime. 1938 ging sie wegen einer drohenden Verhaftung ins Londoner Exil.

1946 kehrte Dr. Grete Henry-Hermann in ihre zerstörte Heimatstadt zurück. Sie wollte mithelfen, ein freiheitliches, demokratisches Deutschland aufzubauen. Ihr Engagement galt der Ausbildung der zukünftigen Lehrkräfte. Sie begann als Oberstudienrätin am Pädagogischen Seminar in der Vegesacker Straße und übernahm 1947 - zunächst kommissarisch - die Leitung der neu gegründeten Pädagogischen Hochschule. Bis zu ihrer Pensionierung 1966 war sie dort als Professorin tätig.

Seit 1946 war Dr. Grete Henry-Hermann Mitglied der SPD und baute die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit auf. Als Mitglied des Ausschusses für Erziehungs- und Bildungswesen und sozialdemokratischer Kommissionen zur Vorbereitung des Godesberger Programms nahm sie Einfluss auf die Entwicklung der BRD.

Friederike Kersting

[Die Langfassung dieses Textes finden Sie im Katalog, der zur Ausstellung im KellnerVerlag erschienen ist:

ISBN 978-3-939928-60-7]  

 
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