Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Dr. Gertrud Harms-Holloway (1916 – 1976, Bremen)


Großbürgerliche mit Beruf(ung)
Vordenkerin für Equal Pay

(5 Patenschaften von 15)

 


Film-Aufnahme und Schnitt: Monika B. Beyer

 

Gertrud Harms-Holloway, Enkelin des Gründers von Harms am Wall, war promovierte Kunsthistorikern. Sie arbeitete im bremischen Schuldienst und als wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Focke-Museum, war Abgeordnete der ersten frei gewählten Bürgerschaft und zeitweise deren Vizepräsidentin.

Nach ihrer Promotion 1942 arbeitete Gertrud Harms in Berlin unter anderem in der Denkmalpflege und in der Verwaltung der Generalbauinspektion. Nach dem Krieg kehrte sie nach Bremen zurück und verdiente ihren Lebensunterhalt zunächst in befristeten Stellen an bremischen Schulen.

Ab 1947 engagierte sie sich politisch als Mitglied der BDV (Bremer Demokratische Volkspartei, später FDP). Sie wurde in die Bremer Bürgerschaft und auf Vorschlag der FDP 1951 zur Vizepräsidentin der Bürgerschaft gewählt. Dr. Gertrud Harms war eine Verfechterin der Lohngleichheit von Männern und Frauen, ein Thema, das unter dem Stichwort „Equal Pay“ noch immer aktuell ist.

Ab 1951 bereitete Dr. Gertrud Harms als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Focke-Museum die während des Kriegs ausgelagerte Museumssammlung auf und organisierte erste Ausstellungen in der Unteren Rathaushalle.

Mit ihrem Ehemann, dem amerikanischen Vizekonsul in Hongkong, lebte sie viele Jahre in verschiedenen Ländern Asiens. Gertrud Harms-Holloway starb 1976 in Bethesda in Maryland (USA) im Alter von 60 Jahren. Beigesetzt wurde sie in Bremen.

Beate Borkowski

[Die Langfassung dieses Textes finden Sie im Katalog, der zur Ausstellung im KellnerVerlag erschienen ist:

ISBN 978-3-939928-60-7]