Ausstellung vom 3. bis 15. Juli 2011 in der Unteren Rathaushalle, Bremen

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Elisabeth Forck (1900 – 1988, Bremen)

Widerständige Schulleiterin Seelsorge für Verfolgte

(15 Patenschaften)

 

 

Film-Aufnahme und Schnitt: Monika B. Beyer

 

Elisabeth Forck war Lehrerin und Direktorin am Gymnasium an der Kleinen Helle. Sie beteiligte sich als Mitglied der Bekennenden Kirche innerhalb der Bremer Stephani-Gemeinde aktiv am Widerstand gegen die nationalsozialistische Kirchenpolitik. Eine Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz (1965) für ihr mutiges Einstehen für verfolgte Gemeindemitglieder lehnte sie aus Gewissensgründen ab.

Elisabeth Forck schloss sich nach der nationalsozialistischen Machtergreifung der Bekennenden Gemeinde St. Stephani-Süd an, die sich antisemitischen Gesetzen verweigerte und nahm dafür staatliche Repressalien in Kauf. Ein Protestbrief gegen die Deportation und Verhaftung von Gemeindemitgliedern brachte ihr den Vorwurf des „Landesverrats im Kriege“ ein. Durch die Unterstützung ihres Vorgesetzten kam sie mit einer Geldstrafe und eingeschränkten Lehrbefugnis davon.

Als Direktorin der „Kleinen Helle“ wirkte Elisabeth Forck nach dem Krieg aktiv am demokratischen Aufbau der Schule mit. Verant­wortung, soziales Engagement, Toleranz und Weltoffenheit wurden in der „Kleinen Helle“ gefördert. 1948 wurde die Schule zur UNESCO-Modellschule.

Die Versöhnung zwischen Juden und Christen war Elisabeth Forck ein besonderes Anliegen. 1950 trat sie der Deutschen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Bremen bei, deren Vorsitz sie von 1968 bis 1976 übernahm. Gemeinsam mit ihren Schwestern betreute Elisabeth Forck 1967 und 1968 die aus aller Welt nach Bremen anreisenden Zeugen bei zwei Gerichtsverfahren zu NS-Gewaltverbrechen.

Beate Borkowski

[Die Langfassung dieses Textes finden Sie im Katalog, der zur Ausstellung im KellnerVerlag erschienen ist:

ISBN 978-3-939928-60-7]